Warum ich nichts von Esoterik und Alternativmedizin halte…

Auf meinem YouTube – Kanal gab es zu diesem Themenkomplex bereits einige Livestreams zu diesem Thema auf meinem Kanal, an dieser Stelle aber ein paar Worte zu meiner ganz persönlichen Meinung.

Zunächst möchte ich unbedingt darauf hinweisen, dass ich grundsätzlich mal niemanden „verachte“, der sich evtl. zu gewissen esoterischen Strömungen hingezogen fühlt.

Auch liegt es mir fern, jemandem zu „VERBIETEN“ an irgendwelche alternativen Dinge zu glauben – das wird ja häufig angenommen, wenn man sich negativ dazu äußert – 

Nein!! Mir geht es darum, einfach nicht immerzu alle abstrusen Theorien da draußen völlig unkommentiert hinzunehmen und stattdessen jeden, der gewillt ist hier mitzulesen, dazu zu animieren – bei aller Faszination und Anziehungskraft, die von den unterschiedlichsten Strömungen ausgeht – auch mal einen bewusst kritischen Blick auf das Ganze zu werfen.

Ich möchte mich persönlich ganz klar von der Esoterik und auch der sogenannten Alternativmedizin distanzieren, und dafür gibt es gute Gründe:

1.       Vernunft

Ich bin grundsätzlich, von Natur aus, ein sehr rationaler Mensch; und als solcher fällt es mir in der Regel ganz erheblich schwer

  • mich auf irgendwelche willkürlichen, evidenzlosen Behauptungen zu stützen,
  • alternative Zaubermittelchen zu nehmen (die der Menschheit noch gänzlich unbekannt sind oder arglistig verschwiegen werden) und davon eine plötzliche Heilung zu erwarten
  • oder ganz allgemein Leuten zu vertrauen, die mir mit ziemlich unglaubwürdigen und unwahrscheinlichen Methoden das Geld aus der Tasche ziehen wollen.

Warum sollte zum Beispiel so ein Mittelchen einerseits eine ganz fantastische und mächtige Wirkung haben, dabei aber andererseits zugleich völlig sanft und komplett nebenwirkungsfrei sein?

Wenn jemals ein sogenanntes alternatives Heilverfahren eine echte, nachgewiesene Wirkung gehabt hätte, wäre es kein alternatives Heilverfahren mehr, sondern ein anerkanntes.

Denn dann würden sich doch sofort ALLE drauf stürzen, Ärzte und Pharmariesen weltweit. Da würden die doch alle selber ganz groß absahnen wollen und das Geld nicht irgendwelchen einzelnen Gurus überlassen.

Nein- der Punkt ist: wir können (und müssen) schon wegen unseres gesunden Menschenverstandes davon ausgehen, dass unbelegbare Behauptungen, die schon von vornherein gegen jahrhundertelange Forschung sprechen, einfach keinen Wahrheitsgehalt aufweisen.

Das Schöne daran ist aber, wenn wir uns endlich mal frei machen von solchem Wunschdenken, dass z.B. mit ein bisschen Pendeln und Aura-Healing plötzlich alles super wird, sind wir in der Lage uns mit der Realität, mit echten und vor allem hilfreicheren Methoden und – letztendlich auf eine gesunde Weise – mit uns selbst zu beschäftigen.

Wenn wir diesen ganzen Quatsch und Hokuspokus (sorry!) endlich mal ablegen können und zur Vernunft zurückfinden, sind wir viel eher in der Lage uns selbst etwas Gutes zu tun.

Auf eine sinnvolle, reife und erwachsene Art. Wir lernen einen besseren Umgang mit uns selbst. Wir lernen, was uns wirklich gut tut. Wir lernen wieder eigenständig zu denken und selbstverantwortlich zu handeln, anstatt uns unmündig und bedürftig in die Hände eines selbsternannten Heilers zu begeben.

Es gibt auch einige Menschen, die felsenfest davon überzeugt sind, z.B. außerkörperliche Erfahrungen oder sogenannte „Astralreisen“ gemacht zu haben. – Dabei wissen wir aus der Hirnforschung längst, was hinter so einem „Erlebnis“ in Wahrheit steckt…

Etwas unwissenschaftlich ausgedrückt: Wenn eine ganz spezielle Region im Gehirn mit einem entsprechenden Reiz stimuliert wird (z.B. durch einen von außen zugeführten elektrischen Impuls, durch… ein Trauma, mittels irgendwelcher Substanzen oder vielleicht auch durch bestimmte autosuggestive Techniken), hat JEDER Mensch solche – ich nenne es jetzt mal – „Halluzinationen“ und bitte um Verzeihung, falls dieses Wort jetzt irgendjemanden unangenehm berührt.

Solche Experimente wurden doch bereits mehrfach unter Beobachtung gemacht.

NATÜRLICH dürfen die Menschen von ihren besonderen Erlebnissen in so einem Moment gern überzeugt sein, denn sie haben es ja tatsächlich als real und nicht als einen Traum wahrgenommen. Trotzdem ist es objektiv betrachtet nicht geschehen.

Die Frage, die ich mir immer stelle, wenn ich von solchen Geschichten, also von so Selbstexperimenten wie Astralreisen oder Lichtnahrung usw. höre, lautet:

wozu das Ganze?

Was bringt es dir, wenn du dich auf deine Astralreisen begibst oder glaubst auf dem besten Weg zur Lichtnahrung zu sein?

Wenn du versuchst, dir selbst eine Art „feinstoffliche Materie“ zu erklären?

Bringt dich das in irgendeiner Form weiter in deinem Leben?

Oder glaubst du sogar, du wärst was ganz besonderes und ausgerechnet DU könntest der Welt etwas beweisen, wofür es keinerlei logische Anhaltspunkte gibt?

Wieso haben denn diejenigen Leute, die diese kruden Theorien aufstellen und verbreiten, noch nie den Beweis erbracht?

 2.       Erfahrungen

Ich bin mittlerweile 40 Jahre alt und habe selbst eine unheilbare und laufend fortschreitende Erkrankung. Und ratet mal… das sind Parade-Voraussetzungen, um nach jedem Strohhalm zu greifen – und noch dazu jede Menge Lebenszeit, in der auch ich mich schon mit alternativen Heilmethoden auseinandergesetzt habe.

Ich habe also – trotz allem, was ich eben erst ausgeführt habe – bereits SELBST meine Erfahrungen gemacht und auf meinem Weg schon so einiges ausprobiert. Und das geb ich ganz offen zu.

Da gab es Bachblüten, Kinesiologie, diverse Nahrungsergänzungsmittel und ganz viel Chlorella und Detox, Terpentin (Oh Gott, ja wirklich!), Homöopathie, … und ich habe daneben auch schon einige Menschen kennen gelernt, die überzeugt waren von energetisiertem Wasser, Rückführungen, Exorzismus, Schamanismus, Engelskult, rituelles Blockaden-Lösen… und einiges mehr.

Interessanterweise scheine ich selbst extrem unempfänglich für Placebo-Effekte zu sein. Auch die meisten pharmazeutischen Schmerzmittel zum Beispiel zeigen bei mir kaum bis gar keine Wirkung.

Und noch NIE haben bei mir Bachblüten, Globuli oder Neuraltherapie auch nur den geringsten Effekt gehabt.

Von daher fällt es mir vielleicht auch vergleichsweise leicht, mich (nach einigen Selbstversuchen) von all diesen Dingen nun gänzlich fern zu halten, weil ich selbst immer wieder feststellen musste (oder durfte), dass ich weder eine echte Wirksamkeit noch einen Placebo-Effekt erfahren habe.

Vieles von esoterischen oder alternativen Methoden klingt erstmal spannend, interessant, faszinierend (und vielleicht wie die lang ersehnte Wunderlösung) – vor allem, wenn man eben mit Menschen spricht, die wirklich ganz fest an eine dieser Methoden glauben und durch ihre eigene Überzeugung auch von den eigenen „Heilserfahrungen“ berichten.

Jetzt kommt das große ABER: Sie brauchen diese Erfahrungen IMMER und IMMER WIEDER. Es handelt sich also trotz ihrer Überzeugung nicht um eine echte Heilung eines Problems, sondern allenfalls um eine kurzzeitige Besserung ihrer Befindlichkeit.

Und so laufen sie immer wieder zu ihrem Geistheiler und finanzieren ihn ihr restliches Leben lang immer schön mit, ohne jemals vollständig glücklich und zufrieden in ihrer Haut zu werden.

Ich dagegen bin frei und genieße es, für mich eigenverantwortlich zu sorgen. Ich brauche keine teuren Sitzungen oder Coachings, keine Tarotkarten, keine Detox-Produkte und keine Edelsteine im Wasser.

Ich weiß ganz genau, was mir gut tut: ich brauche gutes, gesundes, leckeres Essen, regelmäßiges körperliches Training, ausgiebige Erholungszeiten, Stressreduktion, ausreichend Schlaf, frische Luft, liebevolle Menschen um mich, eine sinnvolle Lebensaufgabe, ein bisschen geistige Weiterentwicklung – und neben all dem die Freude an meinem Leben, ein positives Mindset.

Sowas bekommt man vielleicht nicht plötzlich über Nacht, aber man bekommt es ganz sicher nicht, indem man an solche Dinge glaubt wie z.B. ein vorgeburtlich bestimmtes Leben.

 3.       Gefahren

Einen Aspekt habe ich ja bereits eben schon genannt: Esoterik und Alternativmedizin machen in gewisser Weise unfrei und abhängig.

Sie blockieren aber dabei nicht nur eine selbständige Persönlichkeitsentwicklung sondern im schlimmsten Fall auch eine mögliche Heilung.

Es gibt leider so viele Patienten, die jahrelang alternativmedizinisch „behandelt“ wurden und dadurch chronifizierten bzw. eine Chronifizierung nicht verhindert wurde, obwohl das sehr gut möglich gewesen wäre.

Besonders tragisch ist dies, wenn auch erkrankte Kinder betroffen sind.

Ein weiteres Problem – ebenfalls im Zusammenhang mit unseren Kindern – ist es, was wir ihnen als erwachsenes Vorbild damit vermitteln: egal, welche (noch so kleine) unangenehme Situation auftritt, wir schlucken einfach ein paar Kügelchen und damit ist jedes Problem aus der Welt geschafft. –

Wenn aber nun diese versprochene „Wirkung“ eben nicht einsetzt, was dann?

Dann haben wir nie gelernt, wie man mit völlig normalen Alltagsproblemen wie Prüfungsangst, einem angestoßenen Zeh, chronischen Nackenschmerzen, Blähungen oder regelmäßigen Panikattacken ideal umgeht.

Entweder

  • verzweifeln wir dann an unseren Problemen,
  • suchen uns eine neue esoterische Methode
  • oder aber nehmen im anderen Extrem einfach direkt Valium, Diazepam, Tavor oder sonstige Pillen, um negative Situationen überhaupt aushalten zu können.

Diesen Blogbeitrag gibt es auch als Video.

Zum Weiterhören:

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