Ohne Kritik kann man nicht wachsen!

Ich sehe ein Problem…  und ich denke, dies ist vermuuuutlich zurückzuführen auf besonders „moderne“, meist aber falsch verstandene Erziehungsmodelle.

Anstatt Kinder frühzeitig und behutsam an Kritik heranzuführen, wird viel zu viel (bzw. zu früh) gelobt. Kinder werden massiv verwöhnt von Eltern, die möglicherweise früher selbst mit zu strenger Hand erzogen wurden und jetzt bei ihrem eigenen Nachwuchs „alles besser“ machen wollen. Nur damit fallen sie oft ins andere Extrem und schaden ihren Kindern vielleicht sogar noch viel mehr!

Dieses Verhalten lässt Kinder nämlich keinen gesunden Ehrgeiz mehr entwickeln. Sie geben sich grundsätzlich mit weniger zufrieden und finden sich dabei selbst aber ganz töfte.

Sie protestieren z.B. in der Schule mit aller Macht, wenn ihnen der Lehrer eine schlechte Note gibt, OBWOHL sie sich doch (angeblich) so angestrengt hätten.

– Ja, das mag ja vielleicht sein… aber dann hat das Anstrengen eben dennoch nicht für die gute Note gereicht!
Vielleicht muss man halt „noch ein bisschen“ MEHR machen anstatt nachher zu schmollen und rumzuheulen.

Es muss doch auch nicht jeder ein Super-Einser-Schüler sein!

Aber wenn man eben in der Mathearbeit nur genug für eine Vier abgeliefert hat, dann ist es vermutlich auch eine Vier. Und keine zwei „weil man sich doch Mühe gegeben hat“!

Leb doch damit (mit deiner 4) oder streng dich mehr an! 

Aber nein, da wird gejammert, die Mutti nimmt sich den Lehrer zur Brust,- wenn der nicht spurt, als nächstes die Schulleitung und überhaupt wird dem Kind ständig suggeriert, es wäre immer und überall im Recht und ganz genau gut genug so, wie es ist. 

Verwöhnen bis zum geht-nicht-mehr. Mit Liebe, Spielzeug und Schokolade überschütten. Man liebt es ja schließlich so bedingungslos.

So, und genau hier liegt meiner Meinung nach der Hund begraben!

Bedingungslose Liebe? JA! Unbedingt!

Dem Kind den Rücken stärken: Klar!! Super wichtig fürs Vertrauen!

Aber bitte, liebe Eltern, verwechselt doch Liebe, Wertschätzung und Rückhalt nicht mit SO einem Verhalten!

Eine Sache, die man dringend auch schon als Kind lernen sollte, ist, dass sich harte Arbeit auszahlt. Und ich meine mit harter Arbeit keine Kinderarbeit in den Säure-Minen, sondern dass man nach einem, zwei oder auch mal drei gescheiterten Versuchen eben nicht sofort aufgibt und sagt, „das kann ich halt nicht“ „das ist mir zu schwer“ „mehh, das is blöd, das macht mir keinen Spaß mehr“

(Paradebeispiel: beim Erlernen eines Musikinstruments! Macht am Anfang großen Spaß, so lange bis man merkt, dass man üben muss, um besser zu werden…)

Aber nein, dieses Verhalten des frühzeitigen Aufgebens wird dann aus falscher Affenliebe sogar von den Eltern noch unterstützt. Das Kind wird für den kurzzeitigen ersten „Versuch“ belohnt, vielleicht noch getröstet und in den Arm genommen und gesagt: „na dann musst du das auch nicht machen, wenn es keinen Spaß macht!“

In jeder erdenklichen Situation wird der Antrieb des Kindes ausgebremst anstatt diesen zu unterstützen und zu fördern, schwierige Situationen werden grundsätzlich abgenommen. Alles schön bequem.

„Mein Kind soll es schöner haben als ich!“ „Mein Kind muss GAR NICHTS!“

Und das nötige Selbstbewusstsein wird anstatt mit selbst erreichten Erfolgen durch übertriebene Lobhudelei gestärkt. Frustrationstoleranz und Durchhaltevermögen sind für viele Menschen heutzutage nur noch Fremdwörter.

Aus verwöhnten, nicht kritikfähigen Kindern werden verwöhnte, nicht kritikfähige Erwachsene.

Aber: ohne Kritik kann man nicht wachsen!

Wenn man sein Leben lang immer nur für jeden Furz gelobt worden ist, ist man unfähig sich weiterzuentwickeln und somit sein wahres Potential zu entfalten.

Was ist das Ergebnis?

Solche Leute bringen als Erwachsene ihr angelerntes, übersteigertes Anspruchsdenken, ihr unersättliches Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und zugleich ihre geringe Anstrengungsbereitschaft ins Berufsleben mit.

Daraus entstehen massive Probleme in der Arbeitswelt: Führungskräfte, die nie gelernt haben zu führen, Teammitglieder, die sich gegenseitig eher ausbremsen statt Probleme anzugreifen, weil sie zu verwöhnt sind, sich selbst anzustrengen und unbewusst sogar verlangen, dass sich ein anderer darum kümmert.

Neue Innovationen, gut durchdachte Verbesserungen, lösungs- bzw. zielorientiertes Denken und Handeln? Fehlanzeige!

Auch für die Gesellschaft wird die Verwöhnung zu einem wachsenden Problem:
Wo sich die ältere Generation noch geschämt hat, mal vorübergehend Unterstützung zu beantragen, entsteht heute immer mehr die Tendenz, aus dem System möglichst MEHR herauszuholen als man einzahlt (oder jemals eingezahlt hat).

Nur: Irgendwann sind sämtliche Sozial- und Solidarsysteme damit überfordert. Bei so einem um sich greifenden Lebenskonzept funktioniert aber das gut gemeinte Modell „bedingungsloses Grundeinkommen“ dann auch nicht mehr!

Ich bin – leider – selbst Leistungsempfänger. Ich beziehe mittlerweile aufgrund meiner Krankheit Erwerbsminderungsrente. Und ich wünschte, es wäre anders.

Lieber würde ich wieder arbeiten, mein Geld aus eigener Kraft verdienen. Arbeit hat mir immer Freude gemacht und mir auch in gewisser Weise einen Sinn gegeben. Aber leider ist mir das seit ein paar Jahren nicht mehr möglich.

Daher versuche ich nun wenigstens mit meinen Videos auf YouTube ein wenig „Produktivität“ ins System zurückzugeben und hoffe, damit dem ein oder anderen Menschen einen Dienst erwiesen zu haben, sei es durch Information, Hilfe oder einfach nur durch ein wenig Unterhaltung.

Hier noch ein paar Links zum Thema:
https://www.umsetzungsberatung.de/psychologie/verwoehnung.php
https://www.berliner-kurier.de/ratgeber/familie/hartnaeckig-sein-so-lernen-schon-kleine-kinder–nicht-zu-schnell-aufzugeben-29455580

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